Was bedeutet Nenngröße NS beim Fettabscheider?
Die Nenngröße ist ein technischer Kennwert der Abscheideranlage. Eine Anlage NS 4 ist für einen anderen maximalen Schmutzwasserabfluss ausgelegt als eine Anlage NS 2 oder NS 7. Die Bezeichnung ersetzt aber keine Objektprüfung: Eine rechnerisch passende NS kann trotzdem ungeeignet sein, wenn Zulauftiefe, Aufstellort, Probenahme, Entlüftung oder Rückstausicherung nicht passen.
- NS ist kein Volumenmaß, sondern ein Leistungskennwert.
- Die Produktgröße muss mindestens zur rechnerisch erforderlichen Nenngröße passen.
- Bei Shop-Produkten wird häufig die nächstgrößere verfügbare Standardgröße angezeigt.
Welche Angaben braucht man für die Berechnung?
Je nach Methode werden unterschiedliche Eingaben benötigt. Bei einer Betriebsartenberechnung sind Portionen, Betriebszeit und Schmutzwassermenge relevant. Bei einer Messwertberechnung wird mit einem gemessenen Qs oder dem fettbelasteten Tageswasserverbrauch gearbeitet. Bei der detaillierten Berechnung zählen einzelne Entwässerungsgegenstände wie Spülbecken, Auslaufventile, Kochkessel oder Spülmaschinen.
- Anzahl warmer Essen oder Produktionsmenge
- Betriebs- bzw. Beaufschlagungszeit
- fettbelasteter Wasserverbrauch oder Messwert
- vorhandene Spülbecken, Geräte und Auslaufventile
- Faktoren für Dichte, Temperatur und Reinigungsmittel
- Einbauart: Freiaufstellung oder Erdeinbau
Warum gibt es mehrere Berechnungswege?
In der Praxis liegen nicht immer dieselben Daten vor. Bei einem Neubau kennt man oft die geplante Kücheneinrichtung. Bei einem bestehenden Betrieb sind Wasserverbrauch oder Messwerte manchmal aussagekräftiger. Bei Fleischereien oder Produktionsbetrieben kann die Menge der verarbeiteten Ware entscheidend sein. Deshalb ist ein Rechner mit mehreren Varianten sinnvoller als eine einzige starre Maske.
Typische Fehler bei der Nenngröße
Häufig werden alle Wasserverbräuche eines Objekts einbezogen, obwohl nur der fetthaltige Küchen- oder Produktionsbereich relevant ist. Ebenfalls problematisch ist es, reine Getränkebereiche, WC-Abwasser oder nicht fetthaltige Nebenflächen ungeprüft über den Fettabscheider zu führen. Auch zu kleine Mindestgrößen können später zu Beanstandungen führen.
- nur fetthaltige Abwasserströme berücksichtigen
- Bar- und Getränkebereiche nicht pauschal einbeziehen
- kleine rechnerische Ergebnisse fachlich prüfen
- örtliche Vorgaben der zuständigen Stelle beachten